Als Rechtsanwalt arbeite ich seit über 18 Jahren spezialisiert im Bereich des Kinderwunschrechts. Daher weiß ich, daß die Behandlung mit einer Samenspende besondere Anforderungen hat. Wichtigster rechtlicher Punkt ist das Abstammungsrecht mit der Frage, ob eine Kind erfährt, wer der Samenspender ist. Als erfahrener Rechtsanwalt nenne ich Ihnen kurz die wichtigsten Punkte.

Was bedeutet Samenspende?

Es geht um die Behandlung einer Frau mit Fremdspermien. Diese stammen weder von ihrem Ehemann noch vom festen Lebenspartner. Single Frauen nutzen diese Behandlungsform. Die Behandlung ist eine heterologe Insemination oder heterologe In Vitro Fertilisation, eine IVF.

Ist eine Behandlung mit Spendersamen erlaubt?

Die Samenspende ist nicht durch das Embryonenschutzgesetz ESchG verboten. Die Berufsordnungen der Ärztekammern verbieten Ärzten nicht diese Behandlung. Der Graubereich entsteht weil die Samenspende nicht in einer Gesetz direkt erlaubt ist. Die Samenspende führen die Ärztinnen und Ärzte in Ausnahmefällen durch, die für sie vertretbar sind. Der Grundsatz heißt in Deutschland weiter, daß ein heterosexuelles Paar, bei dem der Mann zeugungsunfähig ist, die Indikation stellt. Die Samenspende ist die typische Behandlung bei gleichgeschlechtlichen lesbischen Partnerinnen und Single-Frauen.

Wo bekomme ich Spendersamen?

Samenspende ist keine klassische Spende. Eine Samenspende ist der Ankauf von Fremdsperma bei einer Samenbank. Diese versendet die Spermien eines unbekannten Samenspenders an ein bestimmtes Kinderwunschzentrum. Manche niedergelassene Frauenärztinnen oder Frauenärzte führen die Behandlung durch. Es gibt mehrere Samenbanken in Deutschland und im Ausland mit unterschiedlichen rechtlichen Vertragsinhalte.

Kann das Kind erfahren, wer der Samenspender ist?

Das Samenspender Registergesetz SaRegG sichert dem Kind zu, den genetischen biologischen Vater kennenlernen zu können. Die Kenntnis der Abstammung ist ein Grundrecht. Dazu führt das Deutsche Institut für Dokumentation und Information ein Samenspender Register. Danach bekommen diejenigen, die durch eine Samenspende geboren wurden, ab dem 16. Lebensjahr Auskunft über ihren genetischen Vater.

Ein bekannter Samenspender hat Unterhaltspflicht

Manche heterosexuelle oder lesbische PartnerInnen und Single suchen einen Samenspender im Bekanntenkreis. Es kommt vor, daß Samenspender ihre Dienste im Internet oder Printmedien anbieten. Dieser Weg ist für Nutzer ausgesprochen riskant. Das Samenspenderregister Gesetz (SaRegG) ist nicht anwendbar. Der Samenspender und biologische Vater ist bei Anerkennung des Kindes rechtlicher Vater mit allen Rechten und Pflichten. Dieses ist zu bedenken. Ich empfehle Ihnen bei einem solchen Vorhaben dringend, sich ausführlich von mir beraten zu lassen. Melden Sie sich!

Kostenerstattung durch die Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenkasse trägt für Behandlungen mit Samenspende keine Kosten. § 27a SGB V schließt eine Kostenerstattung aus, weil bei einer künstlichen Befruchtung keine Spermien des Ehemannes verwendet werden.

Die private Krankenversicherung erstattet für Behandlungen mit Samenspende keine Kosten, weil die Krankheit des Mannes mit der Behandlung nicht behebt. Der Mann ist ausgewechselt. Nicht entschieden ist der Fall, daß eine privat versicherte Frau neben dem Mann krank ist.

 

Rechtsanwalt Andreas Maria Wucherpfennig
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Text: Rechtsanwalt Andreas Maria Wucherpfennig - Münster, Hamburg